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Dustin Hoffman View next topic
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deejaymoni
Darsteller


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Joined: 16 Jun 2003
Posts: 514
Location: Hamburg

PostPosted: 27.04.2004 08:54 Back to top

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Portrait: Dustin Hoffman

Der kämpfende Edelmime

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"Weil ich Mädchen kennen lernen wollte!" So beantwortete Dustin Hoffman einst die Frage, warum er sich für die Schauspiel-Karriere entschieden hat.

Offenbar setzte er kein allzu großes Vertrauen in seine naturgegebene männliche Anziehungskraft. Er wusste: Von einem Frauenschwarm à la Clark Gable oder Sean Connery war er weit entfernt, den Don Juan würde er wohl nie verkörpern.

So spielte er in seinem ersten großen Filmerfolg 1967 einen schüchternen College-Boy, der bei der Mutter seiner Freundin "Die Reifeprüfung" ablegt. Das kultige Coming-of-Age-Drama mit dem Gassenhauer "Mrs. Robinson" brachte ihm gleich den Golden Globe als Bester Newcomer. Und trotzdem ahnte damals kaum jemand, dass aus dem tiefsinnigen Jugendlichen bald einer der größten Filmstars aller Zeiten werden würde.

Coast to Coast

Obwohl am 8. August 1937 in der Filmmetropole Los Angeles geboren, bekam Hoffman - nach einigen kleinen TV-Aufgaben - erst als knapp 30-Jähriger seine erste nennenswerte Filmrolle ("Zwei Nummern zu groß").

Zuvor hatte er am Konservatorium von Santa Monica Musik studiert, wechselte dann jedoch an die Schauspiel-Fakultät des Pasadena Playhouse. 1958 ging er nach New York, wo er Mitte der 60er Jahre nach einigen wenig ergiebigen Bühnenrollen von den Kritikern gefeiert und sogar zum "Schauspieler des Jahres" gewählt wurde.

Scheidung, Tod und Frauenkleider

Was danach folgte ist Filmgeschichte: Der Regisseur Mike Nichols holte Hoffman nach Hollywood, wo eine unaufhaltsame Karriere auf ihn wartete.

Ob als Stand-Up-Comedian "Lenny", als Journalist Carl Bernstein in dem Watergate-Thriller "Die Unbestechlichen" neben Robert Redford, als umwerfende Lady in "Tootsie" oder als beklemmender Autist in "Rain Man" als Bruder von Tom Cruise - er bewies sich als einer der vielschichtigsten Charakterdarsteller. Vier Golden Globes und zwei Oscars (für das bahnbrechende Scheidungsdrama "Kramer gegen Kramer" und "Rain Man") hat der Mann neben vielen anderen Preisen in seiner Glasvitrine stehen.

Hollywoods Marathon Mann

Auch mit zwei deutschen Regisseuren arbeitete der nur wenig über 1,60 Meter große Hollywoodstar: Mit Volker Schlöndorff drehte er 1985 die TV-Fassung von Arthur Millers "Tod eines Handlungsreisenden" - die Rolle hatte er schon mehrmals mit großen Erfolg auf der Bühne gespielt - und mit Wolfgang Petersen den Thriller "Outbreak" (1995).

Immer wieder überraschte Dustin Hoffman - Spitzname "Der Verwandlungsreisende" - durch die verschiedensten Rollen, in die er im Laufe der Jahre schlüpfte: Er war ein Indianer von der Jugend bis zum 122-jährigen Greis in "Little Big Man", ein ausgemergelter Sträfling in "Papillon", ein zufälliger Geheimnisträger in "Der Marathon Mann" und ein Gangstersohn neben Sean Connery in "Family Business". Seine Darstellungen bleiben unvergessen.

Lautsprecher

Es gab allerdings auch Produktionen, die nicht so ganz in die Erfolgsliste des Dustin Hoffman passen wollen, wie Steven Spielbergs "Hook" mit Robin Williams oder als Gegenspieler von Warren Beatty in "Dick Tracy". Doch das Publikum verzieh ihm.

Seit Ende der Neunziger, in denen er unter anderem einen versoffenen Anwalt im Misshandlungs-Drama "Sleepers" und einen Forscher im reißerischen SciFi-Thriller "Sphere" spielte, war es auf der Leinwand eher ruhig geworden um den begnadeten Mimen.

Offene Kritik

Jetzt ist Dustin Hofman wieder da: Nachdem er in "Moonlight Mile" einen Vater spielte, der sich nach dem Tod seiner Tochter mit Aktivität betäubt, führt er als idealistischer Anwalt in "Das Urteil - Jeder ist käuflich" einen Prozess gegen amerikanische Waffenfabrikanten. Zuvor hatte er noch Milla Jovovich in "Johanna von Orleans" als ihr personifiziertes Gewissen in eben dieses geredet.

Diese Rolle übernimmt er abseits des Filmgeschehens häufig und mit großer Leidenschaft. Als Kritiker der republikanischen Politik bekannt, wetterte er auf der Berlinale 2003 bei der Gala "Cinema for Peace" und protestierte auch danach bei jeder Gelegenheit gegen die Irak-Politik von George W. Bush.

So nicht, Helmut!

Auch ein deutscher Landesvater war schon Ziel von Hoffmans politischen Verbalangriffen: 1996 unterzeichnete er einen offenen Brief an den damaligen Kanzler Helmut Kohl wegen angeblicher Verfolgung von Scientology-Mitgliedern.

Neben der unermüdlichen Arbeit für das Kino und eine bessere Welt zieht es den Schauspieler immer wieder zu seinen beruflichen Wurzeln zurück: der Bühne. So ist sein Name oft auf den New Yorker Theaterzetteln zu lesen.

Trotz seiner vielfältigen Ambitionen gehört Hoffmann aber zu den wenigen Stars, die der Boulevardpresse keinen privaten Sensationsstoff liefern. Mit Ehefrau Lisa und seinen vier Kindern lebt er fernab der glitzernden Show-Welt.


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Im Interview

Film ist wie Futtermittel

» In "Die Reifeprüfung" spielten Sie den unvergesslichen Benjamin, in "Moonlight Mile" heißen Sie Ben. Und der Film handelt auch vom Erwachsenwerden eines jungen Mannes. Zufall?

DUSTIN HOFFMAN: Die Erklärung ist einfach: Regisseur Brad Silberling greift auf eine eigene schreckliche Erfahrung zurück: ein Fan ermordete seine Freundin 1989, er litt lange unter dem Verlust. Ihr Vater heißt Ben wie der Film-Vater.

» Als Ben Floss verdrängen Sie den Tod der Tochter. Wie gehen Sie persönlich mit Tod und Trauer um?

Eine große Frage. Es gibt keine Zeit mehr für Trauer, sie wurde uns klammheimlich gestohlen. Den Medien gehört alles, auch der Tod. Die großen Fernsehsender konkurrieren miteinander und balgen sich um Sensationen wie den Tod von Lady Di oder den Absturz der Columbia-Raumfähre. Die Schamgrenzen fallen. Da halten Reporter verzweifelten Eltern die Mikros unter die Nase und fragen dämlich: "Hallo, ihr Kind ist letzte Woche gestorben. Wie fühlen Sie sich?" Wir erleben den Ausverkauf der Menschlichkeit.

» Als Schauspieler wird Ihnen ein Hang zum Perfektionismus nachgesagt. Sind Sie im Privatleben ebenso durchorganisiert?

Ich will mit wenigen Takes auskommen und mache mir vor den Dreharbeiten Gedanken, nicht erst wenn es "Action!" heißt. Mein Anspruch an mich selbst ist sehr hoch. Aber warum soll ausgerechnet bei einem Schauspieler Perfektionismus schlecht sein? Das ganze Team versucht, das Beste aus sich herauszuholen. Privat bin ich allerdings ein furchtbar unordentlicher Mensch. Vielleicht brauche ich das Chaos als Ausgleich. Niemand bringt mich dazu, freiwillig mein Zimmer aufzuräumen.

» Geht Ihnen das Filmgeschäft nach mehr als 35 Jahren nicht manchmal auf die Nerven?

Und wie. Früher wurden die Studios von Menschen aus Fleisch und Blut geführt, heute kassieren Firmen ab, denen es völlig egal ist, ob sie einen Film oder Futtermittel verkaufen. Hauptsache die Kasse stimmt.

» Sind Sie pessimistisch?

Wer nicht pessimistisch ist, ist nicht realistisch. Mich hält eine gesunde Skepsis am Leben. Wir müssen unser Hirn lebendig und die Augen offen halten, sonst werden wir untergebuttert. Nehmen Sie die heutige Weltsituation. Es gab nie eine gefährlichere Zeit, selbst in den 50er Jahren und den Tagen des Kalten Krieges nicht. Nicht nur wegen des Iraks, es brennt überall auf der Welt.

» Sie haben alles erreicht als Schauspieler, zwei "Oscars", jede Menge Oscar-Nominierungen. Gibt es überhaupt noch Überraschungen? Warum ärgern Sie sich mit Studios herum, statt das Leben zu genießen?

Aufhören - eine frustrierende Vorstellung! Ich habe noch nicht einmal angefangen! Wir sind doch ewige Studenten. Nur Menschen, die einen Job machen, gehen in Rente. Künstler lieben ihre Arbeit, betrachten sie als Berufung und sind glücklich dabei. Wir müssen uns eine kindliche Neugier bewahren. Christopher Lee mit seinen 80 Jahren nannte mich erst kürzlich einen jungen Mann. Ein Kompliment und die Aufforderung, nie zu rasten und zu rosten.

Quelle: kino.de


Dustin Hoffman einer der ganz großen im Filmgeschäft. Was haltet ihre denn von ihm und welcher Film hat euch am besten gefallen?
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