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Maestro
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The day after - "24" begeisterte ORF-Publikum!
24 Stunden - 24 Folgen. Rund 1 Monat lang dauerte es, von der Erstausstrahlung der ersten Episode von 24 bis hin zum Finale.
Der ORF veröffentlichte Heute eine Pressemitteilung, in der der Sender schreibt, wie sich "24" Quotenmäßig geschlagen hat, wie zufrieden der Sender mit der Serie ist und wie es mit der zweiten Staffel aussieht!
Wien (OTS) - Am Anfang war das wieder erstarkte Liebesglück eines Neubeginns, am Ende hielt ein gebrochener Jack Bauer den leblosen Körper seiner ermordeten Frau in den Armen. Was dazwischen lag, war das TV-Serienereignis des Jahres, war 24 Mal Topspannung pur, die vom
ORF-Publikum in hohem Maß akzeptiert wurde. Den Auftakt zum Echtzeitevent "24", den ORF 1 am 2. September 2003 zeigte, erreichte in der Zielgruppe der Zwölf- bis 29-Jährigen einen nationalen Marktanteil von 50 Prozent. Die 40-Prozent-Marke in dieser Zielgruppe wurde in den vergangenen vier Wochen noch weitere vier Mal erreicht.
Im Schnitt lag der nationale Marktanteil der zwölf "24"-Doppelfolgen bei den Zwölf- bis 29-Jährigen bei 35 Prozent. Die letzte Doppelfolge, die gestern, am Montag, dem 29. September, um 22.45 Uhr in ORF 1 zu sehen war, hatte einen durchschnittlichen nationalen Marktanteil in der Zielgruppe 12+ von 36 Prozent - der höchste "24"-Marktanteil in dieser Zielgruppe.
"24" im Jahr 2004
Bereits voraussichtlich im Februar 2004 wird es im ORF mit der zweiten "24"-Staffel weitergehen. Dann hat Federal Agent Jack Bauer einen Tag Zeit, eine Nuklearbombe, die in L. A. detonieren soll, zu entschärfen - aber das ist erst der Anfang von 1.440 neuen, rastlosen Minuten im Leben des schwer geprüften Federal Agent, gemäß dem Motto "Jede Sekunde zählt".
Die Frauen bei "24"?!?
Die österreichische Zeitschrift "Der Standart" hat sich wieder einmel sehr kritisch mit der Serie "24" auseinandergesetzt und diesesmal ihr Augenmerk spezifisch auf die Frauen von "24" gelegt.
Antiterrorkämpfer Jack Bauer hat den längsten Tag seines Lebens mittlerweile ja hinter sich. 24 Stunden lang musste er sich mit bösen Buben und stupiden Vorgesetzten herumschlagen - ohne Weibsvolk hätte er den Job wahrscheinlich in der halben Zeit erledigt.
Das scheint zumindest die Aussage zu sein, die das Autorenteam Joel Sournow/ Robert Cochran den Zusehern vermitteln wollte.
Für die weiblichen Figuren gibt es in der an sich handwerklich solide gemachten Serie offenbar nur drei Rollenbilder: Korrupt: Bauers Kolleginnen Nina Myers (Bild) und Jamie Farrell.
Von Ehrgeiz zerfressen: Senator Palmers Frau Sherry und CTU-Kurzzeitchefin Alberta Green.
Oder am Rande des Nervenzusammenbruchs: Bauers Gattin Teri (Bild) und Palmers Mitarbeiterin Elizabeth Nash.
Diese hinderlichen Charaktereigenschaften äußern sich dann meist darin, dass die Frauen Befehle und Anordnungen der Männer missachten. Mit bösen Folgen: Entweder sie sterben selbst, gefährden das Leben anderer, werden verhaftet oder in die Bedeutungslosigkeit abgeschoben.
Dieses öffentlich vermittelte seltsame Frauenbild ist aber keine Errungenschaft des US-TVs. Auch im heimischen Werbefernsehen finden sich in jüngster Zeit Spots, die schaudern lassen. Bikinigirls, die diverse 0-Prozent-Fett-Drinks schlürfen und sich pausenlos kichernd betatschen. Sinnfreies Herumgehopse von Slipeinlagenträgerinnen und Shampoobenutzerinnen. Nicht nur Jack Bauer sollte einmal 24 Stunden darüber nachdenken, ob Weibsvolk tatsächlich so blöd ist.
Das Frauenbild in "24".
Nach dem "Standart" hat sich nun auch die österreichische Radiostation "FM 4", die auch zu der ORF Gruppe gehört, mit dem Thema "Frauen bei 24" befasst.
Ich habe mich ja mehr als einmal durchaus wohltuend über den TV-Series-Fortsetzungs-Echzeit-Blockbuster "24" geäußert.
Dem ist, was den Nägelbeißer-Spannungs-Effekt betrifft, auch nach dem gestern im ORF-TV ausgestrahlten Finale, nichts hinzuzufügen.
All das war, von einigen verstrubbelten Frisuren-Anschluß-Fehlern, ein paar unlogischen Sequenzen und ein paar Idiotien (warum bietet sich der anschlagsbedrohte Senator auf dem Balkon eines Hochhauses als Zielscheibe dar?) immer noch qualitativ hochstehende Spannungsware, die man vielleicht Hollywood, aber nicht so sehr Fernsehen zugetraut hätte.
Der Preis: das ekelerregende Familien-Bild, das "24" postuliert. Das war schon nach ein paar Stunden kenntlich.
Jetzt, nach dem (vorläufigen) Ende bleibt allerdings hauptsächlich ein Nachgeschmack.
Und der ist nicht fade (dazu sind die geschickt eingebauten Cliffhänger für die nächste Staffel - wie tot ist Teri? was wird mit Nina? - zu clever gesetzt), sondern bitter.
Und zwar SEHR bitter.
Was schon die ganze Zeit absehbar war, hat sich nämlich im Finale aufs Furioseste in einen wahren Wahn gesteigert und glich da schon dem Vorprogramm einer Hexenverbrennung.
Das Frauenbild in "24" ist ein schlichter Wahnsinn.
Ärger geht's nämlich gar nimmer.
Und dass das auch noch unterschwellig und schlüssig daherkommt, macht es noch widerlicher.
Jede, nämlich wirklich JEDE Frauenrolle in "24" kommt katastrophal schlecht weg, während Jack Bauer und David Palmer heldenhaft und edelmütig durch die Leichenberge stapfen.
Ich bin ja sonst kein pc-Hakerl-Macher in solchen Angelegenheiten, aber hier war es allzu ekelhaft offensichtlich.
Teri,
die vor Anfang an nur herumnölende und -jammernde Frau des Special Agents, als Mutter und Ehefrau sowieso eine Versagerin, eine Frau ohne eigenständigen Hintergrund, nervt zunehmend als "ich-will-jetzt-aber-wissen-was-los-ist!"-Elefant im Hochsicherheits-Trakt-Porzellanladen.
Im Gegensatz zum saftigen Trösterchen ihres Mannes, der während der Trennung natürlich ordentlich liiert war, brachte sie es natürlich nur zu ein händchenhaltenden Fad-Arzt (klassisches Klischee).
Irgendwie waren alle erleichtert, dass die Zicke am Schluß mit einem Bauchschuß endet - und diese Skizzierung ist legitim, aber in der Ballung mit den anderen Frauen-Figuren böse.
Nina
fickt alle.
Nina fickt Jack, Nina fickt Tony.
Nina fickt Teri und Kim, Nina fickt Jamie, Nina fickt die CTU, wahrscheinlich hat Nina auch die Drazens gefickt - denn sie droht ja an, dass sie letztlich für ganz jemand anderen arbeitet.
Nina ist also hinter der nach außen getragenen Schicht an Sym- und Empathie, ihrem Mitleiden und ihren tollen Emo- und Checker-Skillz das abgefeimte Böse.
Das ist widerlich, weil es Frauen in empathischen Berufen, also Frauen in Sozialberufen diffamiert und diese Skizzierung ist natürlich ebenso legitim, aber in der Ballung mit den anderen Frauen-Figuren böse.
Kim
ist ein Alptraum: eine von einer etwa 25jährigen gespielte 16jährige, ein Balg, in dessen pubertärem Hirn alles falsch läuft, was falsch laufen kann, ein Fehlverhalten folgt dem anderen.
Kim läuft mitten im Bazzoka-Feuer blöde hin und her, nur um Papa zu widersprechen, der so etwas wie "Duck dich" sagt.
Kim vertraut, dem dümmstmöglichen Entführer-Syndrom gehorchend, einem anderen Teenager-Trottel, der sie noch tiefer runterreißt.
Mit jeder Sekunde stellt sich die Frage, warum Agent Bauer sich für eine derartige Pest an teenage brat überhaupt in Lebensgefahr begibt.
Diese Skizzierung ist legitim, aber in der Ballung mit den anderen Frauen-Figuren böse.
Sherry
Palmer, die Frau des Senators, ist die realistische Powerfrau hinter dem bulligen Kandidaten, der allzu selbstlos und der Wahrheit verpflichtet jesusgleich übers Wasser gleitet.
Sherry weiß genau, dass sie und Stabschef Mike bisher den Job gemacht haben und nicht der charismatische Senator.
Der wird zwar einem Clinton-Liberalen nachempfunden, aber ohne dessen Bauernschläue und Raffinesse, ist also eine vollkommen unrealistische Figur, wie sie sich vielleicht ganz naive brave Bürger ihre Staatenlenker vorstellen.
Die Palmer-Figur ist der verblödete Gegenentwurf zum sonst gern geprägten Bild des Korrupt-Bösewichtigen Politikers, nämlich das von Machiavellis und Sun Tzu-Thesen völlig unbeleckte Patscherl, das nur aufgrund seiner aufrechten Wahrhaftigkeit von den Menschen geliebt wird.
Das ist natürlich völlig irrealer Schwachsinn, der noch zu in keinem Zeitalter und in keiner Zivilisation jemals gegriffen hat.
Die als Gegenentwurf zu diesem Schund erfundene Sherry ist daher so "böse" wie ein Regenguß böse ist: gar nicht.
Sherrys Realismus ist immer am Punkt, hat immer recht, setzt immer richtig an.
Ihn/sie als böse darzustellen gelingt den "24"-Autoren nur indem sie Sherry als kleine renitente Widersprecherin zum riesenhaften Senator platzieren.
Sherry ist in Wahrheit Hillary Rodham Clinton, die hoffentlich übernächste Präsidentin der USA.
Und wie das alles in echt läuft ist im süffisanten Mike Nichols-Film "Primary Colors" nachzusehen.
Die Hillary-Position zu diffamieren ist schon legitim, aber in der Ballung mit den anderen Frauen-Figuren böse.
und...
Ich verzichte auf eine genaue Beleuchtung der weiblichen Nebenfiguren (wie zb Jamey) oder einer genauen Analyse warum die einzigen Charaktere, die sich trauen offensive sexuelle Handlungen zu setzen (die zwei Assistentinnen von Palmer) dafür mit klassischen gesellschaftlichen Strafen (Demütigung, Anklage...) bestraft werden.
Es gilt nur anzumerken, dass auch die männlichen Nebenfiguren (Tony, George Mason etc) letztlich gut und heldenhaft aussteigen.
Das Weibsvolk hingegen ist Opfer, Täter und überhaupt (neben ein paar Ausländern) an allem schuld.
Und zwar alle.
Das hat mir das "24"-Finale (aller Nägelbeißer-Qualität zum Trotz) ordentlich versaut.
(ctu-news.de) |
MfG
Maestro |
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Senga
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Posts: 1984
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Wie wahr... Die beiden Artikel über die Frauen bei 24 finde ich sehr gut geschrieben. Fragt man sich ernsthaft, was sich die Macher dabei gedacht haben...
Ich hoffe die zweite Staffel wird da besser in der Hinsicht. |
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akg2020
Tontechniker
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Wow, was für ein Schreibstil, das war ja fast ne Art Glosse zum 24-Finale . Nun gut, vielleicht kommen die Frauen schlecht weg, vielleicht hatten die Erschaffer dieser Storyline einfach schlechte Erfahrungen mit dem weiblichen Geschlecht gemacht, was weiß ich. Man könnte das ganze auch positiver sehen.
Nina (ob sie nun alle fickt oder nicht) ist zwar natürlich abgrundtief böse, aber auch brutal intelligent und konsequent. Sie ist in erster Linie nicht Frau sondern Geheimagentin, die unter allen Umständen ihr Ziel erreichen will. Sie gewinnt das Vertrauen der Männer, die wirklich total auf sie hereinfallen und steht am Ende - obwohl festgenommen - noch relativ gut da, finde ich.
Es sind eher die Männer, die am Ende als totale Trottel und Versager dastehen, weil sie von einem weiblichen Wesen gelinkt wurden, ja nicht mal in Betracht gezogen haben, dass hinter Ninas freundlicher Fassade doch etwas mehr stecken könnte. Von demher sind die Männer an allem Schuld: An Jamies Tod, an Teris Tod und sowieso an allem. |
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mfg,
akg
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Ben Kenobi
Guest
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LOL, die beiden Artikel könnten von Alice Schwarzer stammen.
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Kim
ist ein Alptraum: eine von einer etwa 25jährigen gespielte 16jährige, ein Balg, in dessen pubertärem Hirn alles falsch läuft, was falsch laufen kann, ein Fehlverhalten folgt dem anderen. |
Elisha Cuthbert wurde am 30.11.1982 geboren, war also während der Dreharbeiten zu S01 (2001) 19 Jahre alt. Zum Vergleich in Smallville wird ein 15jähriger von einem 25jährigen gespielt.  |
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eilien
Regisseur
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Posts: 1573
Location: Heiligenhaus
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Besonders der letzte Artikel ist ja wohl geil geschrieben und trieft nur so vor Ironie. Ist zwar alles etwas überzogen, aber schon richtig imo. Und spricht mir auch aus dem Herzen. Eigentlich waren alle frauen in 24 Verlierer, Nina die Böse, Teri ist tot, Kim hat ihre Mutter verloren, Sherry ist der Mann quasi weggelaufen, und Palmers Assistentin (Betty?) ist gefeuert. Und nicht zu vergessen Jamie...nun ja, ebenfalls tot.  |
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~Bones~ |
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X-Brainer
Beleuchter
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Joined: 04 Jan 2003
Posts: 83
Location: Bei Bremen
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Posted:
05.10.2003 00:38 |
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Am Anfang der Serie habe sie manche Rollen mit Frauen besetzt, die normalerweise von Männern gespielt werden. Computerhacker zu Beispiel. Das ist doch (Pro-Frau) Und erst später als Teri bei der CTU anruft mussten sie langsam überlegen wer ein Verräter in frage kommt... Hätten sie denn noch mehr unwichtige männliche Charaktere einbauen sollen, die man dann hätte streichen können? Wäre das besser gewesen?
Das steht da als ob die Autoren Frauenverachter wären dabei zeichnet sich die Serie dadurch aus (im negativen Sinne) das nix wirklich geplant wird...
Und mir fällt da noch die Mrs Green ein... Die von ganz oben kommt und alle vom CTU fickt.... |
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